Menschenrechte und Ethik in der Wissenschaft stärken

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz engagieren sich auf verschiedene Weise in den Bereichen Menschenrechte und Ethik.
 

Menschenrechte

Die oder «Delegierte für Menschenrechte» der Akademien der Wissenschaften Schweiz arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Menschenrechten. Martina Caroni, Professorin für öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht an der Universität Luzern übt diese Funktion seit 2017 aus. Die Delegierte interveniert im Fall von Menschenrechtsverletzungen gegen Forschende aufgrund von deren wissenschaftlicher Tätigkeit und sie fördert die Bedeutung der Menschenrechte in der Wissenschaft. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Partnern national (z.B. Scholars at Risk Switzerland) und international (z.B. International Human Rights Network of Academies and Scholarly Societies).
 
Konferenz «Academic freedom: a universal right at stake!?», Bern, 8. Dezember 2017
 
Akademische Freiheit ist ein Grundprinzip, das für die wissenschaftliche Arbeit und ihre Entwicklung entscheidend ist. Es umfasst das Engagement in wissenschaftlicher Praxis und den Austausch wissenschaftlicher Ideen ohne Einschränkung oder Unterdrückung. Ohne akademische Freiheit werden der Fortschritt in der Wissenschaft und die daraus resultierenden Vorteile für die Gesellschaft beeinträchtigt. Trotz Gewährleistung auf internationaler Ebene und in vielen nationalen Verfassungen, wird in jüngerer Vergangenheit an verschiedenen Orten und auf unterschiedliche Weise zusehends in die mit akademischer Freiheit verbundenen Rechte eingegriffen. Ernsthaft besorgt ob dieser wachsenden Tendenz beabsichtigt die Konferenz, die Konsequenzen auf individueller und institutioneller Ebene zu betrachten sowie Möglichkeiten der Gegensteuer zu thematisieren.

Programm und Anmeldung
 
Workshop «Ethische und rechtliche Verantwortung in internationaler Forschung» (2016)
 
International tätige Forschende können mit schwierigen ethischen oder juristischen Fragen konfrontiert werden – etwa bei der Zusammenarbeit mit korrupten politischen Strukturen vor Ort, bei der Mitarbeit an aus zweifelhaften Ressourcen finanzierten Projekten oder bei der Zusammenarbeit mit Forschenden in mit internationalen Sanktionen belegten Ländern. Ausgehend von einem Bericht der niederländischen Akademie der Wissenschaften thematisierte dieses Symposium Verantwortung in internationaler Forschung anhand konkreter Fallbeispiele.
 
Internationale Konferenz «The Human Right to Science» (2015)
 
Wissenschafter haben ein Recht auf Menschenrechte – aber Menschen haben auch ein Recht auf wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Anwendungen. Diese Konferenz thematisierte «The Human Right to Science» am Beispiel von Saatgutforschung und -politik. Hauptreferentin war Farida Shaheed, die Sonderberichterstatterin der UNO zu kulturellen Rechten.
 
Siehe  auch:
 

Ethik

Im Rahmen ihres Schwerpunktthemas «Wissenschaftliche Integrität» engagieren sich die Akademien der Wissenschaften Schweiz auch international.

Europa: als Teil ihrer Mitarbeit in der Arbeitsgruppe «Science and Ethics» der All European Academies (ALLEA) waren die Akademien der Wissenschaften Schweiz federführend beim Statements zur privaten Finanzierung im Wissenschaftsbetrieb (2015).

Global: von Oktober 2010 bis April 2016 unterstützten sie das «Committee on Freedom and Responsibility in the conduct of Science» des International Council for Science (ICSU). Ausgehend von der von diesem Komitee 2011 organisierten wissenschaftlichen Tagung zu «Private sector – academia interactions» führten die Akademien der Akademien Schweiz 2012 den Workshop «Das Spannungsverhältnis von Wissenschaft und Industrie am Beispiel des Sponsoring von Lehrstühlen» durch. Daraus resultierte das oben genannte ALLEA-Statement.
 

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